photography – künstlerisches verständnis
meine fotografische arbeit versteht fotografie als einen prozess des entdeckens und sichtbar machens verborgener strukturen im alltäglichen. im fokus stehen urbane randzonen, baustellen und verlassene orte, in denen sich spuren von veränderung, zeit und vergänglichkeit zeigen. mich interessiert besonders das unspektakuläre – materialien, schatten, spiegelungen oder details, die im richtigen moment zu eigenständigen bildkompositionen werden.
durch gezielte ausschnitte, perspektiven und den bewussten umgang mit licht entstehen fotografien, die zwischen dokumentation und abstraktion oszillieren. reale räume werden fragmentiert, verfremdet oder neu interpretiert, sodass mehrere bedeutungsebenen sichtbar werden. zufällige situationen spielen dabei eine wichtige rolle und werden bewusst in die bildgestaltung integriert – als eine art „inszenierter zufall“.
inhaltlich und formal knüpft diese arbeitsweise an fotografische positionen an, wie sie etwa bei hilla becher und bernd becher zu finden sind, die industrielle architektur als ästhetisches motiv erschlossen haben. auch die menschenleeren raumdarstellungen von candida höfer sowie die wahrnehmungsexperimente mit licht und unschärfe bei uta barth bilden wichtige bezugspunkte.
fotografie wird so zu einem medium der beobachtung und reflexion – ein werkzeug, um verborgene qualitäten von orten sichtbar zu machen und alltägliche wirklichkeit in neue visuelle zusammenhänge zu überführen.

